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FACHTAGUNG "ESSEN UND TRINKEN"

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„Hier ist der Fördergedanke zusätzlich besonders wichtig.“

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SPASTIKERHILFE HEISST JETZT COOPERATIVE MENSCH

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„Hier ist der Fördergedanke zusätzlich besonders wichtig.“

Die Intensivfördergruppe (IFG) ist eine Wohneinrichtung der Cooperative Mensch eG speziell für Kinder mit komplexen Beeinträchtigungen in Berlin-Lichterfelde. Wir sprachen mit der Teamleiterin Jaana Feldmann und dem Arzt Michael Ertel über Geschichte, Konzept und den Alltag der Intensivfördergruppe.

 

Könntet Ihr Außenstehenden erklären, was sich hinter dem Namen „Intensivfördergruppe“ verbirgt?

Jaana Feldmann: Die Intensivfördergruppe gibt es seit dem 1. Oktober 2002 im Prettauer Pfad. Sie ist für schwerstmehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 18 Jahren gedacht.

Michael Ertel: Der Auslöser für die Gründung war, dass wir in den Jahren zuvor immer wieder Anfragen hatten, ob wir Kinder aufnehmen können mit komplexen Mehrfachbehinderungen. Seinerzeit hatten wir eine Kinderwohngruppe, aber eben keine Kindergruppe für Kinder mit komplexen Behinderungen, also beispielsweise für Kinder mit einer Trachealkanüle oder einer Beatmung. Vor diesem Hintergrund haben wir uns gefragt: Warum machen wir sowas nicht, wenn der Bedarf in der Stadt besteht? Damals durchaus eine Herausforderung, weil es neuer Ansatz war: Wir versuchen, nicht nur den pädagogischen, sondern eben auch den pflegerischen Aspekt professionell abzudecken. Das hat zu Beginn sicherlich etwas Überzeugungsarbeit bedurft, sowohl im Rahmen des Trägers, aber auch bei den zuständigen Senatsverwaltungen. Dort war man anfangs skeptisch, weil man der Meinung war, dafür gäbe es Pflegeeinrichtungen. Doch wir waren hartnäckig und haben immer wieder darauf hingewiesen, dass wir eben keine reine Pflegeeinrichtung wollten, sondern eine Einrichtung der Eingliederungs- bzw. der Behindertenhilfe, in der Teilhabe und Inklusion an oberster Stelle stehen und trotzdem gleichzeitig die professionelle Pflege sichergestellt ist. Die Pflege also ermöglicht die Teilhabe.

 

Inwiefern unterscheidet sich die Intensivfördergruppe vom Konzept und Angebot her von anderen Wohngruppen?

Feldmann: Wir sind überwiegend Krankenpfleger und Kinderkrankenpfleger, aber auch Erzieher und Heilerziehungspfleger. Im Alltag ist in der IFG aufgrund unseres Profils der pflegerische und medizinische Anteil hoch. Wir haben viel Behandlungspflege, Medikamentenvergabe oder Trachealkanülenpflege. Bei uns muss auch immer mindestens eine medizinische Fachkraft im Dienst sein, egal ob früh, spät oder nachts. Das Team besteht aus langjährigen Mitarbeitern, wir haben wenig Fluktuation, was natürlich für das Team spricht.

Ertel: Der Hintergrund war tatsächlich, und da kommt auch der Name her, dass die Förderung sehr stark im Fokus stehen sollte. Das heißt, die Kinder bekommen Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie, mittlerweile auch Hunde-, Reit- oder Musiktherapie. So wurde der Fokus bewusst auf die Förderung gelegt und nicht „nur“ auf die Teilhabe, denn je früher und intensiver die Förderung im Kindesalter beginnt, desto eher sind Entwicklungsschritte möglich. Wir haben Kinder gehabt, die wir beispielsweise von einer Trachealkanüle oder einer PEG-Sonde entwöhnen konnten. Daher der Name Intensivfördergruppe. Dieser Aspekt steht wesentlich mehr im Fokus als in den üblichen Wohngruppen. Sicherlich, dort wie in der IFG gilt: Wohnen, Teilhabe, Inklusion - aber hier ist der Fördergedanke zusätzlich besonders wichtig.

Feldmann: Ich glaube, ein weitere Unterschied ist die Angehörigenarbeit, die sicherlich immer ein wichtiger Bestandteil in Wohngruppen ist. Aber bei uns ist es dadurch, dass wir Kinder betreuen, noch mal etwas spezieller. Die Eltern haben mit anderen Problemen zu tun als die Eltern von erwachsenen Bewohnern, was man berücksichtigen sollte.

Ertel: Angefangen haben wir mit sechs Bewohnern, nach einigen Jahren kamen immer mehr Anfragen und dann hatten wir die Gelegenheit, auf der gleichen Etage im Prettauer Pfad in größere Räumlichkeiten zu ziehen, weshalb wir uns auf zehn Bewohner erweitern konnten. Wenn wir uns jetzt manchmal die Warteliste anschauen, könnten wir durchaus noch mehr Bewohner aufnehmen, was aber erstens eine Platzfrage ist und zweitens natürlich auch eine des Personals. Ob wir ausreichend qualifizierte Mitarbeiter bekommen, ist natürlich immer ein Thema, denn es ist durchaus eine andere Arbeit, sowohl für die pflegerischen Kolleginnen und Kollegen als auch für die pädagogischen Mitarbeiter.

 

In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich auch das Sozialpädiatrische Zentrum der Cooperative Mensch eG. Wie wichtig ist die Zusammenarbeit mit dieser Kinder- und Jugendambulanz für die Arbeit der IFG?

Ertel: Wir haben glücklicherweise das SPZ am Standort. Insofern ist die Versorgung und Mitbetreuung von Kindern mit komplexen Behinderungen viel einfacher. Es gibt aber immer auch die freie Arztwahl, die Eltern bekommen nicht mich als Arzt aufgedrückt, es handelt sich dabei um ein Angebot. 99 Prozent unserer Eltern nehmen das auch wahr, aber es gibt wie gesagt die Möglichkeit der freien Wahl.

Feldmann: Ebenso die Kooperation mit der Integrationskita direkt nebenan, deren Angebot wir auch für jüngere Bewohner nutzen, so dass diese auch die dortigen Fördergruppen besuchen können. Drei Tage die Woche können wir das Schwimmbad hier im Prettauer Pfad nutzen. Sowas wird auch sehr gerne von unseren Bewohnern und Mitarbeitern angenommen, da es sich dabei natürlich um eine tolle therapeutische Möglichkeit handelt. Die Tagesabläufe der Bewohner sind individuell angepasst, eine Norm für alle gibt es nicht. Wenn die Nacht eines Bewohners schlecht war, werden wir ihn nicht morgens um 7 Uhr wecken. Der normale Tagesablauf wäre, ein Teil der Bewohner geht in die Kita, andere werden regulär zur Schule abgeholt, ein Teil wird auch hausbeschult, wir haben also auch Unterricht in der Gruppe. An Ausflüge machen wir eigentlich alles was geht: Fußballspiele, Kino, Konzerte, Zoo oder Aquarium. Zweimal im Jahr fahren wir in der Regel gemeinsam in den Urlaub.

Ertel: Dadurch, dass erfahrenes Pflegepersonal vor Ort ist, sind die Wege sehr kurz. Das heißt, wir haben die Möglichkeit bei einfachen und komplizierteren Erkrankungen den kurzen Weg zu gehen, eine Diagnostik und Therapie zu machen, ohne umständliche Logistik und Abläufe und ohne zum Beispiel eine Ambulanz, Praxis oder ein Krankenhaus aufsuchen zu müssen. Dadurch lassen sich viele Krankenhausaufenthalte schon im Vorfeld verhindern. Wenn komplexe Therapien eingeleitet werden, sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort und können das Ganze auch besser begleiten. Ein Vorteil der IFG, dass dort einfach mehr möglich ist. Den Wechsel von der Wohneinrichtung zum Krankenhaus, der bei komplexen Behinderungen immer auch eine Gefahr darstellt, versuchen wir also weitestgehend zu vermeiden bzw. so kurz wie möglich zu gestalten.

Vielen Dank für das Gespräch!